Unsere Gedächtnis­sprechstunde

Der Schwerpunkt unserer im ZGP-E verankerten, multiprofessionellen Gedächtnissprechstunde ist die Früherkennung von Hirnleistungsstörungen, was hinsichtlich neuer Therapien zunehmend wichtig wird. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den früh einsetzenden Demenzen bei jüngeren Menschen sowie den sich im mittleren Erwachsenenalter entwickelnden, fortschreitenden Sprachstörungen (sog. Primär progressive Aphasie).

Unser Angebot im Rahmen der Primärprävention richtet sich wiederum an Personen, die um ihre geistige Vitalität besorgt sind oder sich vorsorglich vorstellen möchten, da sie z.B. familiär bedingt ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Demenz haben.  

Wichtig zu wissen

Die Ursachen von Gedächtnisproblemen, die über das normale Altern hinausgehen, sind vielfältig. Hinter einem allmählichen Verlust geistiger Fähigkeiten (sogenannter kognitiver Funktionen) wie beispielsweise Erinnerungsvermögen, Erlernen neuer Inhalte, Orientierung und/oder Persönlichkeitsveränderungen kann sich eine Demenz verbergen. Häufig verbirgt sich dahinter eine neurodegenerative Erkrankung wie die Alzheimer- oder Lewy-Körperchen-Krankheit oder Durchblutungsstörungen des Gehirns. Gedächtnisstörungen können aber auch Folge von psychischen oder körperlichen Erkrankungen (z.B. Depression, Stoffwechselstörung, entzündlichen Krankheiten) sein. Abhängig von der Demenz-Form können auch Symptome wie z.B. Störungen der Sprache oder Beweglichkeit im Vordergrund stehen oder hinzutreten.

Wenn auch in der Regel eine Erkrankung des älteren Menschen, so können auch jüngere Menschen (d.h. oft deutlich vor dem 65. Lebensjahr) von einer Demenz betroffen sein, wie dies z.B. bei der Frontotemporalen Demenz der Fall ist. Eine solch früh beginnende Demenz stellt eine besondere Herausforderung für die Patienten und ihre Familien dar und bedarf einer umfassenden Beratung aller Betroffenen.

Um die Ursache möglichst rasch behandeln zu können und den Verlauf hierdurch positiv zu beeinflussen, bedarf es einer frühzeitigen Diagnosestellung. Nehmen also die kognitiven Störungen zu und bereiten Probleme in Alltag oder Beruf, so sollte eine Abklärung erfolgen.

Wichtig für Ihren Besuch

Bei Ihrem Besuch bei uns erfolgt ein ausführliches Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte, eine ärztliche Untersuchung, neuropsychologische Testung sowie ggf. Blutentnahme. Kommen Sie am besten in Begleitung eines Angehörigen (z.B. Partner/in) oder einer Vertrauensperson, die Sie unterstützen und die Probleme auch aus ihrer Sicht schildern können.

Zur optimalen Diagnostik und Beratung wäre es sehr hilfreich, wenn Sie zu Ihrer ambulanten Vorstellung folgende Unterlagen mitbringen können, sofern vorhanden:

  • Arztberichte und Vorbefunde (z.B. aktuelle Blutwerte, Kernspin-Befund)
  • Neueste CT/MRT-Aufnahmen des Kopfes (als QR-Code oder auf CD, falls noch nicht vorab geschickt, oder teleradiologische Zusendung durch die Radiologie)
  • Medikamentenplan (bei seltenen Präparaten auch die Medikamente selbst)
  • Falls benötigt Sehhilfe und Hörgeräte (wichtig zur optimalen Verständigung und neuropsychologischen Testung)
  • Sollte Ihnen die Verständigung auf Deutsch Probleme machen, bringen Sie bitte eine Person mit, die Ihnen und uns bei der Kommunikation helfen kann
  • Sollten andere Familienmitglieder betroffen sein, ggf. einen Stammbaum
  • Überweisungsschein des aktuellen Quartals und Krankenkassenkarte

Wie geht es weiter?

Falls wir eine Beeinträchtigung des Gedächtnisses feststellen, werden wir mit Ihnen die Möglichkeiten der weiteren Abklärung besprechen. Die Diagnostik kann die Entnahme von Nervenwasser (sog. Liquor), eine Kernspin-Tomografie des Kopfes, EEG und Ultraschall-Untersuchung der Blutgefäße des Gehirns sowie ev. eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) zur Überprüfung des Hirnstoffwechsels umfassen und einen kurzen stationären Aufenthalt erforderlich machen.

Gemeinsam mit Ihren Angehörigen beraten wir Sie anschließend hinsichtlich der verschiedenen Therapiemöglichkeiten (medikamentös entsprechend dem neuesten wissenschaftlichen Stand, Ergotherapie, Sprachtraining, Psychotherapie), über Unterstützungsangebote im Alltag und, sofern eine familiäre Vorbelastung besteht, auch genetisch.

Kontakt

Termine, Folgerezepte und Auskunft erhalten Sie über unser Kontaktformular